@article{10.18756/edn.44.54, title = {{Energietechnik und die Trennung des Menschen vom Kosmos}}, shorttitle = {{Energietechnik und die Trennung des Menschen vom Kosmos}}, author = {Maier, Georg}, journal = {Elemente der Naturwissenschaft}, year = {1986}, volume = {44}, pages = {54--65}, url = {https://dx.doi.org/10.18756/edn.44.54}, doi = {10.18756/edn.44.54}, issn = {p-ISSN 0422-9630}, language = {de}, abstract = {

Seit der Entdeckung der Kernspaltung unmittelbar vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges lebt die Menschheit mit einer Verantwortung, welche mit den {\"u}berlieferten ethischen Kr{\"a}ften nicht getragen werden kann. Das zeigt die Praxis unmittelbar: Auch heute noch investieren die Gro{\ss}m{\"a}chte gewaltige Summen in die Perfektionierung nuklearer Waffen. Zugleich ist der Aufbau einer Kernenergietechnik in einer ganzen Reihe von Staaten so weit fortgeschritten, da{\ss} geradezu ein Sachzwang zu ihrem Gebrauch aufgebaut worden ist. Immer weniger wird es m{\"o}glich, dar{\"u}ber zu befinden, ob Kernwaffen oder Kerntechnik sein sollen. Nur um Modifikationen der Systeme meinen diejenigen noch befinden zu k{\"o}nnen, welche innerhalb von Wirtschaft und Staat der betreffenden L{\"a}nder an einflu{\ss}reicher Stelle stehen.

Nun ist durch die Katastrophe von Tschernobyl sehr deutlich aufgezeigt, welche Wirkung von der Demonstration eines schweren Unfalls ausgeht, der im Ausma{\ss} sogar den als {\guillemotleft}Gr{\"o}{\ss}tm{\"o}glichen{\guillemotright} Angenommenen {\"u}berschritt: Ganz k{\"u}hl wird festgestellt, da{\ss} gewisse sicherheitstechnische Details vielleicht zu {\"u}berpr{\"u}fen seien. Dar{\"u}ber hinaus m{\"u}sse die Organisation des Zivilschutzes noch verbessert werden, um von staatswegen auf derlei St{\"o}rungen mit gr{\"o}{\ss}erer Selbstverst{\"a}ndlichkeit reagieren zu k{\"o}nnen.

Es stellt sich nun die Frage, ob bereits in der Gegenwart Bewu{\ss}tseinsinhalte, welche nicht blo{\ss} verst{\"a}ndig verarbeitete {\"a}u{\ss}ere Erfahrungen sind, in die {\"o}ffentliche Diskussion Eingang finden k{\"o}nnen. [...]
{\&}nbsp;

}, annote = {

Seit der Entdeckung der Kernspaltung unmittelbar vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges lebt die Menschheit mit einer Verantwortung, welche mit den {\"u}berlieferten ethischen Kr{\"a}ften nicht getragen werden kann. Das zeigt die Praxis unmittelbar: Auch heute noch investieren die Gro{\ss}m{\"a}chte gewaltige Summen in die Perfektionierung nuklearer Waffen. Zugleich ist der Aufbau einer Kernenergietechnik in einer ganzen Reihe von Staaten so weit fortgeschritten, da{\ss} geradezu ein Sachzwang zu ihrem Gebrauch aufgebaut worden ist. Immer weniger wird es m{\"o}glich, dar{\"u}ber zu befinden, ob Kernwaffen oder Kerntechnik sein sollen. Nur um Modifikationen der Systeme meinen diejenigen noch befinden zu k{\"o}nnen, welche innerhalb von Wirtschaft und Staat der betreffenden L{\"a}nder an einflu{\ss}reicher Stelle stehen.

Nun ist durch die Katastrophe von Tschernobyl sehr deutlich aufgezeigt, welche Wirkung von der Demonstration eines schweren Unfalls ausgeht, der im Ausma{\ss} sogar den als {\guillemotleft}Gr{\"o}{\ss}tm{\"o}glichen{\guillemotright} Angenommenen {\"u}berschritt: Ganz k{\"u}hl wird festgestellt, da{\ss} gewisse sicherheitstechnische Details vielleicht zu {\"u}berpr{\"u}fen seien. Dar{\"u}ber hinaus m{\"u}sse die Organisation des Zivilschutzes noch verbessert werden, um von staatswegen auf derlei St{\"o}rungen mit gr{\"o}{\ss}erer Selbstverst{\"a}ndlichkeit reagieren zu k{\"o}nnen.

Es stellt sich nun die Frage, ob bereits in der Gegenwart Bewu{\ss}tseinsinhalte, welche nicht blo{\ss} verst{\"a}ndig verarbeitete {\"a}u{\ss}ere Erfahrungen sind, in die {\"o}ffentliche Diskussion Eingang finden k{\"o}nnen. [...]
{\&}nbsp;

} }