Betrachtungsebenen - von der Morphologie der Tropfbilder bis zum Lebenszusammenhang

Elemente der Naturwissenschaft 83, 2005, S. 33-51 | DOI: 10.18756/edn.83.33

Zusammenfassung:

Beim Tropfbildversuch nach Theodor Schwenk werden in einer dünnen ProbenWasserschicht durch wiederholt hereinfallende Tropfen destillierten Wassers Strömungen angeregt, deren Muster durch Glycerin in der Probe in einer Schlierenoptik sichtbar gemacht und fotografiert werden.

Die entstehenden Bilder ändern sich in charakteristischer Weise mit der Beschaffenheit des Probenwassers und vermitteln Eindrücke, die mit Eigenschaften der Probenart in Zusammenhang gebracht werden können.

Vom ersten, oft noch subjektiven Bildeindruck geht der Erkenntnisweg zu den Bilddetails und führt, auf einer höheren, objektiven Stufe zurück zur Ganzheit des Bildes. So leicht uns der Schritt zu den Details fällt, so schwer wird der Schritt zurück zum Ganzen.

Das Erkennen der Zusammenhänge zwischen Bild und Probenart ist auf die Betrachtungsebene beschränkt, die man einbezieht. Betrachtet man nur das Bild, kann man nur Bilder charakterisieren; betrachtet man auch die Strömungsbewegungen, die zu den Bildern führen, können die Formen der Bilder Ausdruck von Bewegungen werden. In diesem Sinne wird auch jeweils die Ebene der Versuchsbedingungen, der Stoffe, der Wasserart und des Lebenszusammenhanges betrachtet. Das hier am Beispiel der Tropfbildmethode Dargestellte kann vom Prinzip her auch für den Umgang mit anderen Bildschaffenden Methoden Bedeutung haben.

Referenzen
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