Leserbrief zu Henning Sehmsdorfs Artikel «Die Spiritualität des Bodens: Die Idee der Teleologie von Aristoteles bis Rudolf Steiner»
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Zusammenfassung:
Henning Sehmsdorfs Essay stach mir beim Lesen der «Elemente 120» ins Auge. Mir fiel seine originelle Anschauung sowohl zu Goethes Wissenschaftsart (u.a. «teilnehmende Erfahrung» und «Identifikation mit dem Phänomen»), als auch zu Steiners Ernährungsbegriff – der Radio- Vergleich – auf.
Einige Sätze aus Henning Sehmsdorfs Essay: «Vor allem aber rief er [Steiner] zu einer ganzheitlichen Landwirtschaft auf, die auf einem Konzept basiert, das Boden, Hof und Kosmos als einen integrierten Organismus auffasst, der Lebenskraft und Geist manifestiert. Der Landwirtschaftliche Kurs ist aber viel mehr als ein Aufruf zum ökologischen Landbau.1» Und die Zwischen-Überschrift: «Landbau im Bewusstsein1 kosmischer Rhythmen»; dann noch später: «Was sind die praktischen Konsequenzen, wenn wir den Boden und den gesamten landwirtschaftlichen Organismus aus einer spirituellen Perspektive1 bewirtschaften?» Und dann, fast schon rhetorisch: «Kann man ein biodynamischer Landwirt sein, ohne die Geistigkeit des Bodens anzuerkennen?». Hier wird fundamental von einem ganz anderen Ansatz, Landwirtschaft zu betreiben, gesprochen, als es die rein äusserlichen Unterschiede zum Ökolandbau offenbaren.
Auch meiner Auffassung nach fussen der organische und der biodynamische Landbau auf grundsätzlich unterschiedlichen Anschauungen der Landwirtschaft. Während der organische Landbau im Wesentlichen der materialistischen, auch wissenschaftlichen Anschauung folgt, geht der biodynamische Ansatz nach Steiner – durch die spirituelle Perspektive – vom Bildeprinzip des Menschen aus.